ergometer

 

Vor der Untersuchung:

Bei einem Übergewicht, welches außerhalb der Zulässigkeit der G26.3 ist sollte man keinen Termin machen, da man theoretisch an der Waage schon durchfällt.

Gewichtstabelle für G26.3 Untersuchung

 

Einleitung:

Wer die Nachrichten genau verfolgt muss leider feststellen, dass zwar selten aber immer wieder Kameraden im Einsatz zu Schaden kommen. Neben den „üblichen“ Unfällen kommen auch immer wieder Kameraden ohne Einwirkung von Aussen zu Schaden.Besonders unter schwerem Atemschutz kommen Kreislaufprobleme bis hin zum Herzstillstand vor. Damit nur gesunde Feuerwehrleute Atemschutz tragen hat die Berufsgenossenschaft (Feuerwehrunfallkasse) die ärztliche Untersuchung bundesweit einheitlich vorgeschrieben.   Leider gibt es immer wieder Kameraden die eine Nichtzulassung zum Atemschutz als „Ehrverlust“ verstehen. Diese Kameraden mogeln sich dann (teilweise mit Wissen der Ärzte) durch die Untersuchung. Der folgende Artikel soll erklären, warum diese Kameraden sich und ihrer Feuerwehr schaden.

 

Sinn und Zweck einer G 26:

  • Arbeitsmedizinische Untersuchungen (wie die G 26) dienen dazu fest zu stellen, ob die Tätigkeit den Arbeitnehmer gefährden.

Das Ziel einer G 26-3 Untersuchung ist also nicht die Eignung des Feuerwehrmannes zum Atemschutz festzustellen. Die Eignung wird in der FTZ/Im Lehrgang festgestellt. 

 

Die Tätigkeit unter Atemschutz ist die größte Herz-Kreislauf-Belastung welche der Arbeitsmediziner kennt. (CSA ist natürlich noch schlimmer). Es kommt im Atemschutz und CSA Einsatz regelmäßig zur körperlichen Überlastung! Neben den „üblichen“ Einsatzgefahren liegt die Gefährdung des Feuerwehrmannes daher  in der Kreislaufbelastung/Überlastung (Körperliche Arbeit, Gerätegewicht, Hitzestau durch Schutzkleidung, Erhöhter Atemwiederstand.

Dieser Be/Überlastungen übersteht  daher nur der Feuerwehrmann, der körperlich und geistig fit ist ohne bleibende Schäden.

Leider kommt es ist immer wieder zu schweren Ereignissen oder Todesfällen wegen Herz-Kreislauf Versagen unter Atemschutz. Genauere Informationen bietet z.B. die Homepage: www.Atemschutzunfaelle.de.

 

Vorschriften

Die G-26 zählt zu den speziellen arbeitsmedizinischen (berufsgenossenschaftlichen) Untersuchungen. Diese sind alle in Art und Untersuchungsumfang in einer Unfallverhütungsvorschrift  (BGV A 4 [hieß früher UVV 100]) festgelegt. Diese Untersuchung ist damit für den Verantwortlichen (in diesem Fall OBM) bindend! Außer zur Menschenrettung (da ist ja immer alles anders) darf ein Feuerwehrmann ohne gültige G 26 grundsätzlich nicht als AGT eingesetzt werden. Natürlich auch nicht zu Übungs- und Ausbildungszwecken.

Eine Untersuchung gemäß G 26 dürfen auch nur bestimmte Ärzte, die  eine entsprechende Ermächtigung (=Zulassung) besitzen durchführen.

 

 

Untersuchungsumfang

Wie oben angegeben ist der Untersuchungsumfang in der Unfallverhütungsvorschrift bindend festgelegt. Er umfasst für alle(!) Feuerwehrleute unter Atemschutz:

  • Erhebung der Krankheitsvorgeschichte
  • Körperliche Untersuchung
  • Sehtest
  • Hörtest
  • Urinuntersuchung
  • Blutuntersuchung, Leberwerte Blutbild, Blutzucker
  • Röntgen der Lunge (alle 6 Jahre)
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Belastungs-EKG (inklusive Ruhe EKG)

Bei Feuerwehrleuten unter 40 Jahren ist die Leistungsanforderung (!) im Belastungs-EKG höher. Die häufig anzutreffende Meinung, dass ein Belastungs-EKG in diesem Alter nicht notwendig ist, ist schlichtweg falsch! Da es auch bei jüngeren Menschen unerkannte Herz-Kreislauf–Erkrankungen geben kann ist diese Einstellung auch gefährlich!

 

Bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen kann der Arzt auch weitergehende Untersuchungen (z.B.) Laboruntersuchungen durchführen oder anordnen. Die Kosten hierfür muß der Arbeitgeber also die Kommune tragen.

 

Einen juristischen Problemfall stellt das Röntgenbild der Lunge dar. Einerseits fordert die G-26 Vorschrift ein Röntgenbild, andererseits verbietet die Strahlenschutzverordnung ein Röntgenbild zu Vorsorgezwecken wie zum Beispiel  G-26. Ein Problem, welches die Berufsgenossenschaften in der Überarbeitung der Vorschrift im Januar 2008 überhaupt nicht beachtet haben, geschweige denn gelöst haben. Hier muss jeder Arzt hier eine eigene Entscheidung fällen.

 

Ergebnis

 

Gemäß den Untersuchungsergebnissen kann der Arzt folgende „Urteile“ fällen:

  • Keine Bedenken
  • Keine Bedenken unter bestimmten Vorraussetzungen
  • Befristete Bedenken
  • Unbefristete Bedenken

Zur Erläuterung:

  • Keine Bedenken
  • bedeutet, das keine gesundheitliche Gefährdung für den/die Feuerwehrmann/frau besteht. Eine Nachuntersuchung vor Ablauf von 3 Jahren reicht aus. Bei Feuerwehrleuten über als 50 Jahre verkürzt sich die frist auf ein Jahr.
  • Keine Bedenken unter bestimmten Vorraussetzungen
  • bedeutet, dass unter bestimmten Vorraussetzungen eine Gefährdung nicht besteht. Diese Vorraussetzungen werden im Bemerkungenfeld genannt. Zum Beispiel: „Verkürzte Nachuntersuchung“ oder Maskenbrille erforderlich oder ähnliches.
  • Befristete Bedenken
  • bedeutet, dass der Feuerwehrmann/frau aus gesundheitlichen Gründen keinen Atemschutz tragen darf, es besteht aber die Möglichkeit, dass sich der Zustand wieder bessert.  Darüber wird bei einer Nachuntersuchung entschieden.
  • Unbefristete Bedenken
  • bedeutet, das der untersuchende Arzt nicht ausschliessen kann, dass der Feuerwehrmann/frau durch das Tragen von Atemschutz zu schaden kommt. Ein Einsatz würde das Feuerwehrmitglied gefährden, er ist deshalb nicht als AGT einzusetzen.

 

Die einzelnen Untersuchungs-Ergebnisse müssen dem/der Feuerwehrmann/frau mitgeteilt werden. Wie in allen anderen Fällen auch  unterliegt der Arzt aber der Schweigepflicht.

Dem „Arbeitgeber“ in diesem Falle dem OBM/Atemschutzgerätewart darf nur das Endergebnis in der oben genannten Form mitgeteilt werden.

 

Häufige Fragen:

Darf ich mir den Arzt aussuchen?

  • Nur eingeschränkt. Hat die Kommune als Kostenträger einen Vertrag mit einem bestimmten Arzt muss das Feuerwehrmitglied eventuelle Preisdifferenzen selbst(!) tragen, wenn er von einem anderen Arzt untersucht werden möchte. Eine Pflicht einen bestimmten Arzt aufzusuchen ist aber unzulässig!
  • Falls die Kommune keinen solchen Vertrag geschlossen hat, darf der AGT den ermächtigten Arzt selbst auswählen. (Adressen unter www.lvbg.de)

Was ist wenn ich mit dem Untersuchungsergebnis nicht einverstanden bin?

  • Der AGT kann sich an die FUK mit der Bitte um Prüfung wenden.
  • Es steht dem AGT frei auf eigene Kosten (!), eine weitere Untersuchung bei einem weiteren Arzt durchführen zu lassen.
  • Wie lange darf ich das Untersuchungsdatum überziehen?
  • Gar nicht!. Die Untersuchung muß vor Ablauf der Nachuntersuchungsfrist stattfinden.

Muß ich für die G 26 eine Praxisgebühr von 10 € zahlen?

  • Nein! Der AGT gilt als Privatpatient. Alle anfallenden Kosten müssen(!) vom Arbeitgeber (=Kommune) getragen werden.

Was passiert wenn der Arzt bei der Untersuchung eine Krankheit bei mir feststellt?

  • Der Arzt wird das Ergebnis mit dem AGT besprechen und eine Vorstellung beim Hausarzt vorschlagen. Die Kosten hierfür trägt dann die jeweilige Krankenkasse des AGT! Es wird also gegebenenfalls eine Praxisgebühr fällig. Je nach Erkrankung wird der Arzt Bedenken befristet oder unbefristet aussprechen.

Darf ich die Untersuchungsergebnisse für meinen Hausarzt haben?

  • Ja! Der Arzt ist verpflichtet Kopien (!) gegen Bezahlung (!) an den untersuchten weiter zu geben. (Freundliches Nachfragen reicht aber meistens).

Schlusswort

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die G26 ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Atemschutzträger ist!

  • Ärzte die eine unvollständige Untersuchung durchführen sollten angesprochen oder gemieden werden!
  • Ein gesundheitlich nicht geeigneter Feuerwehrmann/frau gefährdet sein Leben , dass seiner Kameraden!
  • Aufgabe der Führungskräfte aber auch aller (!) Feuerwehrkameraden ist ein Klima zu erzeugen, dass ein Atemschutzträger mit gesundheitlichen Problemen ohne „Gesichtsverlust“ aussteigen kann.

 

Inkorporation bedeutet Einverleibung.

Im medizinischen Sinne ist Inkorporation die Aufnahme von Stoffen, im besonderen von giftigen oder radioaktiven Stoffen, in den Körper. Dies kann durch die Atemwege (Inhalation von Gas oder Schwebstoffen) oder durch die Haut (Wunden, Schleimhaut usw.) geschehen.

Bei der Inhalation unterscheidet man 3 verschiedene Wirkungen im Körper:

    1. Atemgifte mit erstickender Wirkung


                Sie verdrängen den Sauerstoff. Beispiele: Stickstoff, Wasserstoff
                Schutzmöglichkeit: umluftunabhängiger Atemschutz

    1. Atemgifte mit Reiz- und Ätzwirkung


                Sie greifen vorwiegend die Schleimhäute an.
                Schutzmöglichkeit: umluftunabhängiger Atemschutz oder im Freien bei geringer                     Konzentration auch Filtergeräte

    1. Atemgifte mit Wirkung auf Blut, Nerven und Zellen


                typische Vertreter dieser Gruppe sind CO, CO2, Blausäuregas
                Schutzmöglichkeit: umluftunabhängiger Atemschutz

Eine weitere Form der Inkorporation ist die Ingestion, wobei die Schadstoffe durch die Nahrung beim Essen oder Trinken aufgenommen wird.

 

Inkorporation

 

Tätigkeiten und der Einsatz von Atemschutzgeräten/-geräteträgern wird in der Feuerwehrdienstvorschrift 7 geregelt.

 

Links:

- PDF der FwDV7

 

Als Atemschutzgerät bezeichnet man generell alle Geräte, die zum Atemschutz verwendet werden. Im Allgemein besteht Atemschutzgeräte aus zwei Hauptbestandteilen:

 

  • einem Atemanschluss und Filter(n) oder
  • einem Atemanschluss und einer Einrichtung zum Versorgen mit nicht verunreinigtem Atemgas.

 

  • Demnach werden Atemschutzgeräte nach EN 133 (Atemschutzgeräte - Einteilung) in

 

  • umluftabhängigen Atemschutz oder
  • umluftunabhängigen Atemschutz

 

  • eingeteilt.

 

 

Umluftabhängiger Atemschutz

 

Atemschutzvollmaske mit angeschraubtem Atemschutzfilter aus KatS-Beständen

 

Vor dem Einsatz von Filtergeräten muss gewährleistet sein, dass mindestens 17 Vol.-% Sauerstoff (bei CO-Filtern mindestens 19 Vol.-% Sauerstoff) in der Atemluft vorhanden ist und die zu filternden Stoffe bekannt sind. Die Einsatzgrenzen der Filtergeräte werden von der Leistungsfähigkeit der Filter bestimmt. Die Stoffe oder Stoffbereiche für die die einzelnen Filter geeignet sind, werden über Farbcodierungen und Buchstaben auf den Filtern angegeben. Des Weiteren wird auch eine maximale Aufnahmefähigkeit der Filter angegeben. Da beim Einatmen in der Maske ein Unterdruck entsteht, können über mögliche Leckagen Schadstoffe in die Atemwege gelangen. Deshalb wird nach Anlegen der Atemschutzmaske eine Dichtigkeitsprobe durchgeführt.

 

Filtergeräte

 

Ein Filtergerät besteht aus einem Atemanschluss (z. B. einer Atemschutzmaske) und ein oder mehreren Filtern. Die Filtergeräte wurden früher auch als Gasmaske bezeichnet.

 

  • Filter lassen sich unterteilen in:
    • Partikelfilter, der feste und/oder flüssige Aerosole aus der Atemluft entfernen, z. B. Asbest, Rauch, Nebel
    • Gasfilter, der Gase als Absorptionsfilter (meist Aktivkohle) oder katalytischer Filter (für Kohlenmonoxid) aus der Atemluft entfernen
    • Kombinationsfilter, der sowohl gasförmige und feste und/oder flüssige Aerosole aus der Atemluft zurückhält

 

  • Bei Filtern ist darauf zu achten, dass die meisten, speziell Gasfilter nur eine begrenzte Lebensdauer besitzen. Nach dem Entfernen der Versiegelungen ist ein Filter nur noch maximal sechs Monate einsetzbar. Allerdings verliert er in diesem Zeitraum kontinuierlich an Aufnahmefähigkeit, deshalb ist das Führen eines Filterbuchs sehr zu empfehlen, ebenso wie eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls der Austausch auch der nicht benutzten Filter.

 

Umluftunabhängiger Atemschutz

 

Unter umluftunabhängigem Atemschutz werden Geräte verstanden, welche den Geräteträger von der Umgebungsatmosphäre isolieren und mit atembarem Gas aus einer nicht verunreinigten Quelle versorgen. Diese Geräte werden daher auch als Isoliergeräte bezeichnet und bestehen aus einem Atemanschluss und einer Luftversorgungseinrichtung.

 

Isoliergeräte lassen sich unterteilen in:

 

  • nichtfreitragbare
    • Frischluftschlauchgeräte
    • Druckluftschlauchgeräte
  • freitragbare
    • Behältergeräte
    • Regenerationsgeräte

 

  • Verwendung

 

Enthält die Umgebungsluft zu wenig Sauerstoff, weniger als 17 Vol.-%, oder sind giftige Gase vorhanden, die durch Gas- oder Kombinationsfilter nicht absorbiert werden können und ist die Art und/oder die Konzentration der Atemgifte unbekannt, muss umluftunabhängiger Atemschutz verwendet werden.

 

Meist werden freitragbare Isoliergeräte z. B. Pressluftatmer verwendet. Aufgrund der begrenzten Luftmenge ist jedoch die Einsatzzeit meist auf 15 - 30 Minuten begrenzt. Die Einsatzdauer ist abhängig vom Alter des Geräteträgers, von der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Art der Belastung im Einsatz. Wird eine längere Einsatzdauer von mitunter mehreren Stunden erforderlich (zum Beispiel im Bergbau oder im Tunneleinsatz), kommen so genannte Langzeitgeräte (beispielsweise mit 2 CFK-Flaschen a 6,8 l Volumen und 300 bar Fülldruck), Regenerationsgeräte oder Kreislaufgeräte zum Einsatz.

 

Da im Einsatz bei der Feuerwehr schwer feststellbar ist, ob wirklich genug Sauerstoff in der Umgebungsluft vorhanden ist, wird hauptsächlich der umluftunabhängige Atemschutz eingesetzt.

 

Pressluftatmer mit einer 300 bar Flasche und analogem Manometer

 

 

Frei tragbare Isoliergeräte

 

Behältergeräte

 

Bei dieser Art von Geräten führt der Atemschutzträger die notwendige Atemluft in Druckluftflaschen mit sich, daher werden sie auch als Pressluftatmer (PA) bezeichnet.

 

Hierbei ist zu beachten, dass es sich bei der komprimierten Luft um besonders gereinigte und entölte Atemluft nach DIN EN 12021 handelt und die Behälter daher als Atemluftflaschen bezeichnet werden.

 

Aufbau

 

Die üblichen Atemschutzgeräte haben Flaschen, in denen die Luft mit 200 oder 300 bar gespeichert ist. Die Flaschen können aus Stahl, aus glasfaserverst¦rktem Kunststoff (GFK) oder aus kohlenstofffaserverst¦rktem Kunststoff (CFK) bestehen. Da man die Luft nicht mit diesem hohen Druck einatmen kann, befindet sich vor der Atemschutzmaske ein Lungenautomat, dem ein Druckminderer vorgebaut ist. Dieser reduziert den Luftdruck von 200 bzw. 300 bar auf den sogenannten Mitteldruck von 5 bis 8 bar (je nach Gerätetyp). Der Lungenautomat ist eine atemgesteuerte Dosiereinrichtung, die den Mitteldruck auf einen vom Menschen atembaren Niederdruck (im Millibar-Bereich) reduziert und nur die Luftmenge freigibt, die man einatmet. Es gibt Lungenautomaten in Normaldruckausführung und Überdruckausführung. Bei der Normaldruckausführung wird nur das einzuatmende Luftvolumen freigegeben. In der Überdruckausführung wird die gesamte Atemschutzmaske unter Druck gesetzt, um ein Eindringen von Schadstoffen in die Maske zu verhindern.

 

Bei 200-bar-Geräten sind zwei Flaschen mit je 4 Liter Inhalt üblich. Das ergibt rein rechnerisch 1600 Liter Normalluft und eine Einsatzzeit von ca. einer halben Stunde.

 

300-bar-Geräte haben normalerweise eine Druckluftflasche aus Stahl mit 6 Liter Volumen (1.636 l Atemluft) oder eine bzw. zwei Compositeflaschen (CFK) mit je. 6,8 Liter Volumen (1.854 bzw. 3.708 l Atemluft).

 

(Das zur Überschlagsrechnung bequem zu verwendende Gesetz von Boyle-Mariotte, nach dem das Produkt aus Druck und Volumen konstant ist, gilt streng nur für ein ideales Gas und nur für isotherme Zustands¦nderungen. Beim Füllen der Flaschen erwärmt sich aber die Luft, die Zustandsänderung ist nicht isotherm, sondern adiabatisch. Außerdem ist Luft kein ideales, sondern ein reales Gas, so dass man statt des Gesetzes von Boyle-Mariotte die kompliziertere Van-der-Waals-Gleichung verwenden müsste.)

 

Langzeit-Pressluftatmer haben zwei 300-bar-Flaschen und sind meist aus Gewichtsgründen aus einem Verbundmaterial, insbesondere CFK.

 

Die Flaschen sind auf einem Tragegestell befestigt, dass zum besseren Tragen gepolstert oder schalenförmig ist. Die Tragegurte und der Bauchgurt sind verstellbar und müssen beim Tragen fest sitzen. Sie sind schwer entflammbar und aus verrottungsfestem Material hergestellt.

 

Druckkontrolle

 

Manometer mit integriertem Totmannwarner bei der Feuerwehr

 

Zur Kontrolle hat man ein Manometer (auch Finimeter bezeichnet), auf dem man laufend beobachten kann, wie hoch der Luftdruck in der Flasche noch ist. Zum Schutz, dass die Luft in der Flasche zu Neige geht, gibt es eine akustische Warneinrichtung in Form einer Signalpfeife, die bei einem Druck zwischen 50 und 60 bar zu pfeifen beginnt. Das Warnsignal ist kein Rückzugssignal, da je nach den örtlichen Gegebenheiten der Rückweg länger dauern kann als die noch verbliebene Luft reicht. Wichtig sind auch die durchzuführende Atemschutzberwachung, regelmäßige Druckkontrolle sowie die Berechnung des Rückzugweges (das Doppelte des Anmarschweges). Der Rückzug wird truppweise angetreten und richtet sich nach dem Geräteträger mit dem größten Atemluftverbrauch (siehe Einsatzgrundsätze der FwDV 7 Atemschutz).

 

Bei älteren Geräten, die aber heute nicht mehr der Norm entsprechen, gab es eine so genannte Widerstandswarnung. Dabei wurde bei einem Druckabfall auf 40 - 50 bar der Atemwiderstand höher und man musste einen Hebel direkt am Gerät umlegen um wieder normal atmen zu können. Da manche Träger dabei leicht in Panik gerieten, wird diese Art heute üblicherweise nicht mehr verwendet.

 

Sicherheitsmaßnahmen

 

Eine weitere neue Sicherheitsmaßnahme insbesondere bei umluftunabhängigen Atemschutzgeräten ist der sogenannte Totmannwarner oder Bewegungslosmelder. Der Totmannwarner ist ein kleines elektrisches Gerät in etwa der Größe einer Zigarettenschachtel. Er reagiert, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit keine Bewegung mehr stattgefunden hat. Wird das Gerät nicht bewegt, ertönt zunächst ein Voralarm und anschließend ein lautes akustisches sowie optisches Signal. Wenn ein Trupp in Gefahr gerät und dringend Hilfe benötigt, kann auch eine Notruftaste betätigt werden, die sofort den Alarm aktiviert. Daher wird das Gerät auch als "Notsignalgeber" bezeichnet. Deaktiviert werden kann das Gerät nur mit einem bestimmten Schlüssel. Der Totmannwarner ist noch kein genormtes Gerät, dennoch findet er bei vielen Feuerwehren Verwendung. Seine Verwendung ist ratsam, obgleich in der Anschaffung recht teuer.

 

 

Hinweise zur Benutzung

 

Vor dem Tragen der Atemschutzgeräte gilt absolutes Alkoholverbot, auch mit Erkältungen oder bei Heuschnupfen sollte man keine Einsätze mit Kreislaufgeräten leisten. Der zusätzliche Atemwiderstand, neben der eigentlichen Arbeit, belastet den Körper stark. Wer nicht vollständig fit ist, kann leicht Schwächeanfälle bekommen oder gar ohnmächtig werden. Vor dem Anlegen muss der Atemschutzträger das Gerät überprüfen (Sichtprüfung und Einsatzkurzprüfung). Die erfolgt, in dem man zuerst das Flaschenventil öffnet und am Manometer beobachtet, ob die Flasche genug Druck hat. Dabei darf der Flaschendruck nicht mehr als 10 % vom Nennfülldruck abweichen, muss also zwischen 180 und 220 bar bei 200 bar Flaschen bzw. 270 und 330 bar bei 300 bar Flaschen betragen. Dann wird das Flaschenventil wieder geschlossen. Nun darf der Druckabfall in einer Minute 10 bar nicht überschreiten. Über den Lungenautomaten wird die Luft langsam abgelassen, bis das Warnsignal bei einem Druck zwischen 60 und 50 bar ertönt. So ist die Warneinrichtung überprüft. Verfügt das Gerät über zwei Flaschen, so muss das für jede Flasche separat durchgeführt werden. Nun wird das Flaschenventil komplett geöffnet und das Atemschutzgerät kann angelegt werden. Zum Schluss wird der Lungenautomat mit der Atemschutzmaske verbunden und das Gerät ist einsatzbereit.

 

Obwohl der Atemwiderstand geringer ist als mit Atemschutzfilter muss der Träger trotzdem körperlich geeignet und gesund sein, da es sonst leicht zu Kreislaufproblemen und Schwindelanf¦llen kommen kann. Des Weiteren sorgt die Schutzkleidung des Feuerwehrangehörigen für einen Wärmestau, weil die Körperwärme nicht über die Schutzkleidung abgeführt wird. Deshalb sollte der Atemschutzgeräteträger vor dem Atemschutzeinsatz genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

 

In Deutschland wird die Arbeitsmedizinische Untersuchung nach Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung G 26.3 für Träger von umluftunabhängigem, schwerem Atemschutz, die G 26.2 für Träger von mittlerem, umluftun- und umluftabhängigem Atemschutz und die G 26.1 für Träger von leichtem, umluftabhängigem Atemschutz im Alter von 18 bis 49 Jahren alle 3 Jahre und ab 50 Jahren die Untersuchung jährlich durchgeführt.

 

In Österreich muss ein Atemschutzträger bei der Feuerwehr mindestens 18 Jahre alt und mindestens ein Jahr Angehöriger einer Feuerwehr sein. Die Tauglichkeitsuntersuchung erfolgt ebenfalls alle 3 Jahre im Alter zwischen 18 und 50 Jahren. Bei einem Alter über 50 Jahren sind die Untersuchungen jährlich durchzuführen. Voraussetzung für das Tragen von Atemschutzgeräten ist die Absolvierung der entsprechenden Lehrgänge an den (Landes-)Feuerwehrschulen.

 

Kreislaufgeräte einer Grubenwehr

 

Regenerationsgeräte

 

Regenerationsgeräte auch als Kreislaufgeräte bezeichnet sind ebenfalls Atemschutzgeräte für den umluftunabhängigen Atemschutz.

 

Aufbau

 

Im Gegensatz zu den Behältergeräte stellen sie nicht die komplette Luft zum Einatmen zur Verfügung. Sondern sie verfügen über eine eingebaute Sauerstoffquelle, diese Quellen können Sauerstoffflaschen, flüssiger Sauerstoff oder chemisch gebundener Sauerstoff sein. In einem Kohlendioxidfilter wird das ausgeatmete Kohlendioxid chemisch gebunden und der verbrauchte Sauerstoff aus der Flasche ergänzt.

 

Die Geräte sind wesentlich wartungsintensiver als die bei der Feuerwehr üblichen Pressluftgeräte. Ein Wiederaufrüsten der Geräte erfordert zeitintensive Prüfungen und erfolgt deshalb nur sehr selten an Einsatzstellen, die sich über einen langen Zeitraum hinziehen, unter Zuhilfenahme von "Abrollbehältern Atemschutz."

 

Anwendung

 

Vor dem Tragen der Atemschutzgeräte gilt absolutes Alkoholverbot, auch mit Erkältungen oder bei Heuschnupfen sollte man keine Einsätze mit Kreislaufgeräten leisten. Der zusätzliche Atemwiderstand, neben der eigentlichen Arbeit, belastet den Körper stark. Wer nicht vollständig fit ist, kann leicht Schwächeanfälle bekommen oder gar ohnmächtig werden.

 

Der Vorteil von Kreislaufgeräten ist die höhere technische Einsatzdauer (bis zu 4 Stunden), da nur ein "kleiner" Anteil der benötigten Atemluft in komprimierter Form mitgeführt werden muss. Die Einsatzdauer wird eher durch die Erschöpfung des Trägers als durch das Gerät begrenzt.

 

Ein Nachteil neben den bereits erwähnten ist, dass sich die Atemluft im Laufe der Zeit durch die chemische Reaktion zur Bindung des ausgeatmeten Kohlendioxids erwärmt. Deshalb kam es in der Vergangenheit bei den Trägern dieser Atemschutzgeräte beim Ablegen oft zu Lungenentzündungen. Moderne Geräte versuchen dies durch Kühlsysteme zu kompensieren, diese erhöhen jedoch das Gewicht des Gerätes.

 

Wegen dieser Nachteile werden sie meist nur bei Feuerwehren, bei denen längere Einsatzdauern zu erwarten sind, wie zum Beispiel bei Tunneleins¦tzen und im Bergbau verwendet.

 

Nicht frei tragbare Isoliergeräte

 

Schlauchgeräte

 

Bei Schlauchgeräten wird die Atemluft nicht aus mitgeführten Behältern entnommen, sondern dem Lungenautomaten über eine Schlauchverbindung (üblicherweise Mitteldruck, ca. 5 bar) aus einer externen Quelle zugeführt. Der Vorteil eines solchen Systems liegt im Wegfall der Beschränkungen hinsichtlich der Einsatzdauer und der Reduzierung des vom Benutzer zu tragenden Gewichts. Nachteilig sind die Beschränkung der Bewegungsfreiheit und die Verletzlichkeit der Schlauchverbindung. Aus diesen Gründen werden Schlauchgeräte in der Regel bei Feuer- oder Grubenwehren nicht, bzw. nur bei leeren Atemluftflaschen am "Dekontaminationsplatz" verwendet. Sie sind aber z.B. an gewerblichen Arbeitsplätzen mit hoher Schadstoffkonzentration und geringen sonstigen Risiken anzutreffen.

 

Normen, Richtlinien, Vorschriften

 

DIN - Normen

 

  • DIN 58600 Atemschutzgeräte - Steckverbindung zwischen Lungenautomat für Pressluftatmer in Überdruck-Ausführung und Atemanschluss für die deutschen Feuerwehren

 

  • Europäische Normen

 

  • EN 132 Atemschutzgeräte - Definitionen von Begriffen und Piktogramme
  • EN 133 Atemschutzgeräte - Einleitung
  • EN 134 Atemschutzgeräte - Benennung von Einzelteilen
  • EN 135 Atemschutzgeräte - Liste gleichbedeutender Begriffe
  • EN 136 Atemschutzgeräte - Vollmasken - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 137 Atemschutzgeräte - Behältergeräte mit Druckluft (Pressluftatmer) - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 138 Atemschutzgeräte - Frischluft-Schlauchgeräte in Verbindung mit Vollmaske, Halbmaske oder Mundstückgarnitur - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 140 Atemschutzgeräte - Halbmasken und Viertelmasken - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 142 Atemschutzgeräte - Mundstückgarnituren - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 143 Atemschutzgeräte - Partikelfilter - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 144 Atemschutzgeräte - Gasflaschenventile
  • EN 145 Atemschutzgeräte - Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff oder Drucksauerstoff/-stickstoff - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 148-1 Atemschutzgeräte - Gewinde für Atemanschlüsse Teil 1 - Rundgewindeanschluss
  • EN 148-2 Atemschutzgeräte - Gewinde für Atemanschlüsse Teil 2 - Zentralgewindeanschluss
  • EN 148-3 Atemschutzgeräte - Gewinde für Atemanschlüsse Teil 3 - Gewindeanschluss M 45 x 3
  • EN 12941 Atemschutzgeräte - Gebläsefiltergeräte mit einem Helm oder einer Haube - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 12942 Atemschutzgeräte - Gebläsefiltergeräte mit Vollmasken, Halbmasken oder Viertelmasken - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 14387 Atemschutzgeräte - Gasfilter und Kombinationsfilter - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 14593-1 Atemschutzgeräte - Druckluft-Schlauchgeräte mit Lungenautomat - Teil 1: Geräte mit einer Vollmaske - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 14593-2 Atemschutzgeräte - Druckluft-Schlauchgeräte mit Lungenautomat - Teil 2: Geräte mit einer Halbmaske und Überdruck - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • EN 14594 Atemschutzgeräte - Druckluft-Schlauchgeräte mit kontinuierlichem Luftstrom - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung

 

  • Richtlinien

 

  • EU-Richtlinie 89/686/EGW des Rates vom 21. Dezember 1989 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für persönliche Schutzausrüstungen

 

  • Deutsche Vorschriften

 

  • GUV-R 190 Regeln - Benutzung von Atemschutzgeräten (bisher ZH1 701)
  • FwDV 7 Atemschutz

 

   

Termine  

Dez
14

14.12.2017 19:00 - 20:00

Dez
14

14.12.2017 20:00 - 22:00

Jan
4

04.01.2018 19:00 - 22:00

Jan
11

11.01.2018 19:00 - 21:00

Jan
18

18.01.2018 19:00 - 21:00

Jan
18

18.01.2018 19:00 - 22:00

   

letzter Einsatz  

Einsatz - Brandmeldeanlage
Einsatzfoto Einsatz - Brandmeldeanlage 07.12.2017
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